Wer steckt hinter SALUVegan

Wer steckt hinter SALUVegan

Wer steckt hinter SALUVegan - 100%Lupine

Meine Story:

"Wer sich ausgewogen vegan ernährt, erhöht seine Chancen, länger gesund, beweglich und mental fit zu bleiben."  so Samy Ebel

Wer mich heute kennenlernt und erlebt, sieht eine strahlende, glückliche Frau. Doch das war nicht immer so. Es ist noch nicht sehr lange her, als das noch gänzlich anders ausschaute.

Ich habe vierzehn Jahre lang - als Dauerkrebspatientin - mehr Zeit in Krankenhäusern verbracht als zuhause. Ich musste Chemo und Bestrahlungen über mich ergehen lassen, was gewiss kein Zuckerschlecken war.

Diese Zeit war sehr schmerzhaft für mich. Nicht nur mein gesundheitlicher Zustand war desolat, sondern auch mein Privatleben war alles andere als einfach. Ich musste – mehr als je zuvor – erkennen, dass mein damaliger Mann mir keine Hilfe und Unterstützung war. Zum Glück hatte ich ein paar wenige Freunde die sich in dieser schweren Zeit um meine damals 8 und 10jährigen Kinder kümmerten. Sie bewahrten mich damals davor, psychisch und physisch vor die Hunde zu gehen.

Vor ziemlich genau sechs Jahren bekam ich dann noch zusätzlich – völlig geschwächt von den vielen Cortison-Behandlungen und Bestrahlungen – eine Lungenentzündung, die sieben Monate anhielt. Als Nebenwirkung der Behandlung brachte ich bald 30kg mehr auf die Waage.

All diese Umstände erweckten die Kämpfernatur in mir, die weder die Krankheit noch das Übergewicht länger hinnehmen konnte. Diesen Kampf musste ich weitgehend alleine durchstehen, denn – wie so oft im Leben – wird man dann von Freunden verlassen, wenn man sie am nötigsten braucht.

 

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In dieser Zeit, als ich ganz unten war, lernte ich einen Mann aus Österreich kennen, der mir sehr kompetent erläuterte, dass ich mit einer Ernährungsumstellung sehr viel Positives erreichen könnte. Er riet mir, drei bis viermal täglich Eiweiß (damals noch Hühnchen) zu mir zu nehmen und Kohlenhydrate zu meiden. Ich hatte kaum mehr etwas zu verlieren und ergriff den Strohhalm. Doch mit jedem Tag aß ich das Hühnerfleisch widerwilliger und befürchtete schon, dass mir selbst in naher Zukunft Flügel wachsen würden. Dennoch sagte mir eine innere Stimme, dass es vom Prinzip her die richtige Lösung für meine gesundheitlichen Probleme war.

Anfang 2013 wog ich noch 96kg, hatte die Diagnose Mastdarmkrebs mit frisch abgeheilter Lungenentzündung, war geschwächt von den jahrelangen Behandlungen. Hinzu kamen die privaten Sorgen – nicht gerade der optimale Einstieg, aber ich spürte schnell den Erfolg. Täglich fühlte ich mich besser und fitter und mein verschütteter Lebenswille kam endlich wieder zum Vorschein. Mein jetziger Mann und unterstützte mich wo er konnte und wich nicht von meiner Seite. Ich möchte mir gar nicht vorstellen, was aus mir geworden wäre, wenn ich nicht so eisern meinen Weg gegangen wäre.

Der Erfolg meiner Ernährungsumstellung kam so prompt, dass ich schon bei meiner nächsten Nachsorgeuntersuchung die Ärzte zum Schweigen brachte. Meine Ergebnisse hatten sich bereits nach nur drei Wochen so verbessert, dass die Herrschaften es kaum glauben konnten. Nie werde ich ihre Gesichter vergessen und wie sie mit offener Kinnlade vor mir standen!

Motiviert von den verbesserten Werten setzte ich meinen Ernährungsplan fort und nahm auch meine Medikamente weiterhin ein.

Es gab auch in dieser Zeit gute und weniger gute Tage. Zum Glück hatte ich den Rückhalt meiner Familie, der mir die nötige Kraft gab durchzuhalten und weiterzumachen. Nach drei Monaten zeigte ich meinem „alten Freund“ Cortison den Mittelfinger und setzte nach Rücksprache mit meinem Arzt die Medikamente ab.

Ich konzentrierte mich auf all die Dinge, die meiner Genesung förderlich waren – ich erkannte, dass das Leben zu kurz ist, um sich mit negativen Dingen und Menschen zu beschäftigen und distanzierte mich von allem, was mir nicht gut tat und tue es bis heute. Ich fand eine Arbeit, die mich erfüllt und mir richtig Spaß macht. Ich lernte, dass man mit der richtigen Ernährung, ausreichend Schlaf, einem positiven Umfeld und der Vermeidung von negativem Stress eine Menge dazu beitragen kann, seine Gesundheit zu verbessern und zu erhalten.

Ich konnte endlich wieder lachen und mein Leben zusammen mit meiner Familie in vollen Zügen genießen. Mein Stoffwechsel-Alter, welches vor vier Jahren noch das eines Methusalems war, liegt heute bei 26!

Ich beschäftigte mich noch intensiver mit dem Thema Ernährung und stellte bald fest, dass meine Art der Ernährungsumstellung noch nicht die perfekte Lösung war. Ich fing an verkürzt Ernährungswissenschaften zu studieren und wurde während des Studiums vermehrt mit dem Thema „Vegane Ernährung“ konfrontiert. Ich erkannte, dass es noch einen besseren Weg als tierisches Eiweiß (Hühnchen) gab um sich gesund und vollwertig zu ernähren.

Zusammen mit einer Handvoll Freunden startete ich einen dreimonatigen veganen Selbstversuch. Auch ich stellte mir zu Anfang die Frage, die man als Veganer sehr oft zu hören bekommt: „Was kann man denn dann eigentlich noch essen, außer Salat?“.

Ab und zu war ich etwas frustriert, denn zu diesem Zeitpunkt gab es tatsächlich nur wenige schmackhafte, kohlenhydratfreie Alternativen. Kranken oder vorbelasteten Menschen blieb tatsächlich nur Salat oder pures Gemüse. Nicht gerade ein Anreiz für genussvolles Speisen. Mir wurde schnell klar, wenn ich weiterhin gut und gerne essen wollte, musste ich selbst handeln und tolle vegane UND gesunde Mahlzeiten kreieren. Ich wusste auch, dass nicht nur ich dieses Problem hatte. Es gab auf dem Markt bis dahin kein Produkt, welches vegan, BIO, gluten- und zuckerfrei war. Es packte mich der Ehrgeiz und ich fing an , meine eigenen Produkte zu entwerfen, die bei Freunden und Bekannten sofort gut ankamen. Die Anfragen nahmen stetig zu und so gründete ich die Marke SALUVegan.

In den letzten sechs Jahren habe ich mehr gelernt und verstanden, als in den vierzig Jahren zuvor. Dafür danke ich meinem Krebs, denn ohne ihn wäre ich heute noch immer unglücklich und hätte mein Leben nicht geändert. Durch meine Geschichte konnte ich andere Menschen motivieren, auch ihr Leben zum Besseren zu ändern. Ohne den Krebs hätte ich nie meine tolle und spannende Aufgabe als Lebensmittelentwicklerin gefunden. Weiterhin danke ich meiner Familie, die immer für mich da war und nicht nur Trost gespendet hat, sondern mich auch im richtigen Moment in den Hintern trat. Nicht zuletzt gilt mein Dank auch Herrn Prof. Dr. G. Brecht, Herrn Kern und Herrn Flory für Ihre Unterstützung und Ihre Engelsgeduld, all meine Millionen Fragen sachverständig zu beantworten. Ohne diese Männer hätte ich heute nicht mein umfangreiches Wissen. Mein Fazit aus den vergangenen Jahren ist, dass man gerade unter den widrigsten Bedingungen ein völlig neues Leben erschaffen kann und sich, wie ich es tat, wie Phönix aus der Asche erheben kann. (Text: Margit Meiser-Lill)